Vortrag: Hygiene in der Imkerei

am 24.01.2019

Referent: Henrik Arndt

Hygiene ist eines der Kernthemen in Imkerei.

Sie dient dem Schutz der Bienenvölker vor Krankheiten und Schädlingen. Um die hohe Qualität unsere Bienenprodukte zu sichern, müssen auch die speziellen Vorschriften zur Lebensmittelhygiene und bei der Erzeugung und Verarbeitung von Honigprodukten berücksichtigt werden.

Es gibt ca 160 Vorschriften, die die Qualität unserer Bienenprodukte sichern. Sie sind in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen festgelegt. Jeder Imker ist zur Einhaltung verpflichtet, sobald er Honig in Verkehr bringt, auch wenn das Glas Honig "nur" ein Geschenk ist.

Was bei der Erzeugung und Gewinnung von Honig zu beachten ist, soll in der folgenden Übersicht kurz dargestellt werden.

 

Gefahrenanalyse Honig
(Zusammenfassung Vortrag Henrik Arndt vom 24.01.19)

Übersicht zum Download

GefahrMaßnahme
Freigabe Honigraum ·       Verunreinigung durch Altwaben (Larvenkot, Rückstände im Wachs)

-   Wabenhygiene:

-   frischer Wabenbau

-   unbebrütete Waben verwenden

Entnahme Honigwaben

Bienen abfegen

·       Smoker: Geruch (Rauch)

 

·       Verunreinigung durch Asche

·       Verschmutzung

·       Übertragung von Krankheiten


-   wenig bis keinen Rauch verwenden

-   Rauch von unten (durch das Flugloch)

-   Sauberen Besen verwenden

-   geeignete, saubere Behälter bereitstellen

Transport zum Schleuderraum

·       Wabenbruch

·       Verschmutzung

-   geeignete Behälter und

-   Unterlage verwenden

Schleuderraum

·       Verunreinigung

 

·       Reinigungsmittel

·       Verunreinigung durch Honig (kleben)

·       Verunreinigung Boden

·       Rost

·       eingebrachte Bienen

-   vor erstem Schleudern reinigen;

-   sparsam einsetzen

-   Waschgelegenheit (Trinkwasserqualität)

-   Schuhe wechseln

-   Edelstahlgerätschaften

-   entfernen

 Küche=Schleuderraum

·       Pflanzen, Haustiere, nicht benötigte Materialien/ Haushaltgeräte

 

·       Gerüche, Feuchtgehalt

-   entfernen,

-   abräumen und gründlich reinigen

 

-   nicht gleichzeitig kochen

Honig

·       Verunreinigung nach Schleuderung (Wachs, Sonst.)

-   sieben, abschäumen

Wassergehalt

·       Honig ist hygrotisch

-   Wassergehalt kontrollieren

-  Honigeimer verschließen

Abfüllen

·       Füllgewicht

·       Gläser: Verschutzung

             Beschädigung

·       Etikettierung (Sortenhonig)

-   geeichte Waage

-   reinigen

-   kontollieren

-   regelkonform durch Laborprüfungen

Personalhygiene

-   Schulungen

Reinigungsplan

-   Dokumentation

 

Gute imkerliche Praxis garantiert einwandfreie Qualität!

cs

Kurs: Stockkarten- und Zuchtbuchführung

 am Freitag, dem 16.03.18

Einige Aufschreibungen sind für Imkerinnen und Imker als Tierhalter und Erzeuger von Lebensmitteln verpflichtend, andere nicht, dennoch trotzden äußerst sinnvoll, gerade auch für Jungimker.

Zur Pflicht gehören das Bestandsbuch und das Honigbuch.

In den Bestandsbüchern muss die Anwendung von apothekenpflichtigen Medikamenten dokumentiert werden.
In den Honigbüchern wird die Zuordnung von Los- oder Chargennummern für die Rückverfolgbarkeit des Honigs erfasst. Dazu wird sofort nach der Schleuderung jeder Honig eindeutig gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung wird in das Honigbuch eingetragen. Beim Abfüllen des Honigs werden die Gewährverschlussnummern bzw. die entsprechenden Losnummern oder das Abfülldatum dazu vermerkt.
So kann jedes Honigglas auch im Nachhinein einer bestimmten Charge zugeordnet werden Bei eventuellen Qualitätsproblemen können die noch verbliebenen Gläser aus der Vermarktung genommen werden.

Nicht verpflichtend ist das Führen von Stockkarten.
Es macht aber durchaus Sinn, das eigene Tun in der Imkerei zu dokumentieren.
Aufzeichnungen in Stockkarten bieten die Möglichkeit, Eingriffe am Bienenvolk schnell zu dokumentieren und auch später im Jahr Völker, ihre Entwicklung und die getroffenen Maßnahmen zu beurteilen.
Ebenfalls hilfreich ist es, wenn der Imker den  Besuch am Außenstand plant. Das benötigte Material kann so besser eingeschätzt werden.

Was wird erfasst?

  • Volksstärke (Anzahl Brutwaben und belagerter Waben)
  • Informationen zur Schwarmstimmung, den Honigvorräten oder zum Verhalten der Bienen (Stechlust) 
  • Informationen zur Varroabelastung und -behandlung

hilfreiche Vorlagen zum Download:

cs

Kurs: Rechtsgrundlagen und Betriebswirtschaft in der Imkerei

Freitag, 3. Februar 2017

Referentin: Annette Seehaus-Arnold (Bienenfachwartin)

 

Der Vortrag umreißt verschiedene rechtsbezogene Themen in der Imkerei von der Anschaffung des ersten Bienenvolkes bis zum betriebswirtschaftlichen Erwerb und der damit zusammenhängenden steuerrechtlichen Bewertung.

Bereits mit Beginn der Bienenhaltung muss jeder Imker wissen, welche Pflichten er im Bezug auf Meldung der Bienenvölker und deren Standort hat und wie er sich im Fall der Fälle versicherungstechnisch schützen kann.

Als Imker ist man Tierhalter und mit der Ernte des Honigs gleichermaßen Lebens­mittelproduzent. Entsprechende Gesetze aus den Bereichen Tierschutz und Tiergesundheit sind verbindlich. Die Anwendung dieser Rechtsnormen schützt sowohl den einzelnen Imker als auch die Imkergemeinschaft, da einzelbetriebliche Maßnahmen in der Regel nicht ausreichend sind.

Die Anwendung des Lebensmittelrechtes sichert den Qualitätsanspruch an das Produkt Honig. Der Verbraucherschutz stellt bei der Lebensmittelproduktion ein hohes Schutzgut dar. Dieser soll durch Regelungen zur Gewinnung, Verarbeitung und Vertrieb erreicht werden.

Eine betriebswirtschaftliche Betrachtung der eigenen Imkerei steht meistens nicht im Vordergrund. Dennoch können mit der Bienenhaltung Einnahmen erzielt werden, die anfallende Ausgaben kompensieren können. Dann greifen die Rechtsvorschriften der Betriebswirtschaft und des Steuerrechts.

Es gibt Vieles zu beachten und es ist immer von Vorteil, seine Pflichten, aber auch seine Rechte zu kennen!

 

Themen:

·         Was ist bei Neubeginn zu tun?

·         Baurecht

·         Tierseuchenrecht

·         Honig

·         Betriebswirtschaft

·         Steuerrecht

 

Der Vortrag wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt und kann hier nachgelesen werden:

Rechtsgrundlagen und Betriebswirtschaft in der Imkerei (Teil 1)

Rechtsgrundlagen und Betriebswirtschaft in der Imkerei (Teil 2)

Rechtsgrundlagen und Betriebswirtschaft in der Imkerei (Teil 3)

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