2016 - Ausflug nach Oberhof am 18.06.2016

In diesem Jahr wurde für den Vereinsausflug Oberhof als Ziel gewählt. Der Anlass war der Besuch des Belegstellenfestes der Belegstelle Oberhof. Weiterhin stand der Besuch des Rennsteiggartens auf dem Programm.

Nach einem frühen Start in Scheßlitz erreichte der Bus gegen 9 Uhr sein Ziel. Eine kleine Brotzeit am Bus war der Auftakt für den Tag. Dann ging es mit einer Führung durch den Rennsteiggarten weiter: Interessantes zum Garten und seiner Entstehung wurde uns von Herrn Frank Meyer, dem Geschäftsführer der Anlage, vermittelt.

Der Rennsteiggarten Oberhof

gilt als botanisches Paradies für Naturfreunde. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel und weit über die Grenzen Thüringens hinaus bekannt.

Im Gelände des ehemaligen Steinbruchs am ca. 868 m hohen Pfanntalskopf bei Oberhof wurde im Jahr 1970 der Grundstein für diese Anlage gelegt. Seither entwickelte sich der Garten stetig weiter. Freiwillige Helfer ließen verschiedenste Pflanzbereiche, Wege, Sitzgruppen und Aussichtspunkte entstehen. Ersten Anpflanzungen mit Pflanzmaterial aus dem Botanischen Garten Jena folgte bald eine eigene Pflanzenanzucht. Der aufmerksame Besucher findet hier Pflanzen, die in den Gebirgen Europas, Asiens, Nord- und Südamerikas, Neuseelands sowie in arktischen Regionen beheimatet sind. Diese zeigen aufgrund der im Garten vorherrschenden besonderen klimatischen Bedingungen ihre typische Wuchsform und ihren einzigartigen Blütenflor. Bekannte Vertreter der Gebirgspflanzengattungen, wie Enziane, Primeln, Glockenblumen, Nelken, Edelweiß und Alpenrosen entfalten im Rennsteiggarten ihre Pracht.

Auch Heilkräuter sind hier angesiedelt. So erfuhren wir, dass das Sammeln, Anbauen und die Verarbeitung von Heilkräutern in Thüringen eine lange Tradition hat und der Handel mit Kräutern bis in das 16. Jahrhundert nachweisbar ist. Schon die alten „Buckelapotheker“ Thüringens sammelten diese Pflanzen und zogen bis nach Norddeutschland und Holland oder in südlicher Richtung bis Ungarn und in die Schweiz.

Trotz des starken Regens der letzten Tage war die Blütenpracht im Garten beeindruckend und lud zum Verweilen ein.

 

 

Nach dem Mittagessen im Gasthof „Café Kanzlergrund“ fuhren wir zur Belegstelle Oberhof. Dort wurden wir vom Belegstellenleiter Thomas Reps herzlich begrüßt, der später in einer Ansprache interessante Fakten zur Belegstelle und seiner Arbeit vermittelte.


Die Belegstelle Oberhof

wurde als Reinzuchtbelegstelle im Juni 1950 ihrer Bestimmung übergeben, so dass für die Fortpflanzung einige hundert bis tausend ausgesuchte Drohnen mit bestem Erbmaterial auf den Hochzeitsflug der jungen Königinnen warten. Später wurde die Anzahl der Drohnenvölker erhöht, so konnte auch der Begattungserfolg auf weit über 70 % gesteigert werden. Er erläuterte kurz die Zucht der Drohnenvölker, die schon sehr bald nach der Auswinterung beginnt, was bei den vorherrschenden klimatischen Bedingungen nicht immer eine leichte Aufgabe darstellt. Auf der Belegstelle Oberhof werden Bienen der Gattung „Carnica“ aus der Linie Troiseck gezüchtet. Wichtige Kriterien der Zucht wie gute Honigleistung, Wabenstetigkeit, Volksstärke, Schwarmtrieb und Varroaresistenz können somit verwirklicht werden.

Zur Geschichte der Belegstelle führte er aus, dass ursprünglich in Thüringen die dunkle Biene vom Stamm Nigra weit verbreitet war, seit 1971 dann aber nur noch die Carnica-Biene für Körungen zugelassen wurde. Das Einrichten der Belegstelle samt Schutzradius am Rennsteig stellte seinerzeit kein Problem dar, da es in Oberhof keine Imker gab. Bis zu 4000 Weisel (Bienenköniginnen) wurden zur Belegstelle gebracht. Mit dem Einzug der Varroamilbe Anfang der 80er Jahre gab es jedoch einen starken Rückgang.

Heute ist die Belegstelle offen für Imker aus allen Bundesländern. So reisen wieder bis zu 800 Königinnen mit ihrem Hofstaat aus Bayern, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt zum Jungfernflug nach Oberhof.

Weitere interessante Punkte waren die Begrüßung durch die 1. Honigkönigin Anna Keim des Imkervereins Wurzbach e.V., Informatives zum Thema Bienengesundheit und zur Belegstellenordnung vom Obmann für Bienengesundheit des Landesverbandes Thüringen Günter Vorsatz sowie die Ausführungen von Dirk Schneider zu dem von ihm entwickeltem Gerät DIHEU Bienenvital zur Behandlung der Bienen mit Wärme gegen die Varroamilbe.

Gegen 17 Uhr hieß es dann: Abfahrt Richtung Heimat! Ein gemütlicher Einkehrschwung im Gasthof Hennemann in Stublang war Abschluss unseres Ausfluges, bevor wir dann mit dem Bus wieder nach Scheßlitz zurückfuhren.

Unser Dank gilt den Organisatoren der Fahrt Heinrich Zwosta und Eduard Dillig für einen rundum gelungenen Ausflug.

cs

       

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